Wassersporthaftpflicht-/-kaskoversicherung

Wer zum ersten mal ein Boot steuert, stellt schnell fest: Ein Boot hat keine Bremse. Anders als beim PKW lassen sich daher manche gefährliche Situationen einfach nicht mehr verhindern. Jedes Jahr ereignen sich auf dem Gebiet der Europäischen Union knapp 50.000 Unfälle im Zusammenhang mit Wassersport – teilweise mit verheerendem Ausgang. Es wundert daher nicht, dass die Wassersporthaftpflicht u. a. in den Niederlanden, Italien, Spanien und der Schweiz eine Pflichtversicherung ist. Wer auf diesen Versicherungsschutz verzichtet, setzt seine Existenz aufs Spiel! Auch eigene Schäden am Boot können schnell sehr kostspielig werden. Für solche Fälle bietet die Wassersportkaskoversicherung einen umfangreichen Schutz - ganz ähnlich wie beim PKW. Sorgen Sie vor!


Für wen ist die Versicherung?

Ein absolutes „Muss“ für jeden, der ein Segel- oder Motorboot besitzt.


Was ist versichert?

Haftpflichtversicherung Grundsätzlich alle Sach-, Personen-, und Vermögensschä- den, die der Versicherungsnehmer oder eine mitversicherte Person einem Dritten fahrlässig zugefügt hat.

Die Wassersporthaftpflichtversicherung prüft zunächst, ob die Schadenersatzansprüche berechtigt sind.Sind diese nicht gerechtfertigt, wehrt sie unberechtigte Ansprüche ab. Sämtliche Kosten, bis hin zu einem eventuell entstehenden Rechtsstreit, werden dann von der Haftpflichtversicherung getragen. Besteht die Forderung des Geschädigten zu Recht, leistet die Haftpflichtversicherung im Rahmen der vorliegenden Bedingungen.

Versicherter Personenkreis: • Versicherungsnehmer
• der verantwortliche Führer des Wassersportfahrzeugs
• von ihm beaufsichtigte Personen, die zur Bedienung des Fahrzeugs eingesetzt sind
• geschleppte Wasserskiläufer oder Schirmdrachenflieger (soweit nicht anderweitig gedeckt)
• Passagiere (soweit nicht anderweitig gedeckt)
• Eigentümer, sofern nicht selbst Versicherungsnehmer

Kaskoversicherung Versichert ist das Fahrzeug, die Maschinenanlage sowie das Zubehör. Zubehör sind bewegliche Sachen, die, ohne Bestandteil des Fahrzeugs zu sein, dem Betrieb des Fahrzeugs dauerhaft dienen. Hierunter fallen insbesondere technische Ausrüstung, Segel und Mobiliar. Die Kaskoversicherung bietet eine „All-Risk-Deckung“ für die versicherten Sachen, bei der es nur wenige Gefahrausschlüsse gibt.

Welche Gefahren und Schäden sind u.a. nicht versichert?


Haftpflichtversicherung
• Vorsatz
• Fahrten ohne Fahrerlaubnis (wenn vorgeschrieben)
• Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss
• vertraglich übernommene Haftung
• Schäden mitversicherter Personen untereinander
• Schäden am versicherten Fahrzeug selbst
• gemietete/geliehene Sachen
• Strahlung
• Krieg
• Teilnahme an Rennen und Regatten

Kaskoversicherung
• Vorsatz
• Bearbeitung (z. B. Brandschaden bei Farbablösung)
• Alter und Abnutzung
• Strahlung
• Krieg
• Teilnahme an Rennen und Regatten
• Fäulnis
• Rost, Oxydation, Korrosion, Kavitation, Osmose
• Ungeziefer, Ratten und Mäuse
• Frost, Eis, Sonneneinwirkung, Regen, Schnee

Die Aufzählung ist keinesfalls abschließend. Einige der oben genannte Punkte können jedoch, je nach Bedingungswerk, auch eingeschlossen sein bzw. mitversichert werden.

Schadenbeispiele aus der Praxis

Prominentes Beispiel 1
Der Schauspieler Götz George war am 30. Juli 1996 im Urlaub beim Schwimmen von einem Motorboot erfasst und am linken Bein schwer verletzt worden. Sein linker Fuß war der Länge nach aufgeschlitzt worden, die Schiffsschraube zertrümmerte das Knie. Er musste sich einer mehrstündigen Knieoperation unterziehen, und mehrere Dreharbeiten absagen. Der Schauspieler verklagte den Bootsbesitzer auf 1,1 Million Mark Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Prominentes Beispiel 2
Der ehemalige Formel-1-Pilot JJ Lehto verursachte in 2010 einen Bootsunfall. Mit zu hohem Tempo war er in einem Kanal in Raasepori (Süd-Finnland) gegen einen Brückenpfeiler gefahren. Ein Freund, der sich mit im Boot befand, verstarb an den Unfallverletzungen.