Funktionelle Invaliditätsabsicherung

Hinter dem sperrigen Begriff „Funktionelle Invaliditätsabsicherung“ versteckt sich die „eierlegende Wollmichsau“ unter den Versicherungstarifen. Gleich dem tapferen Schneiderlein, schlägt sie gleich mehrere Fliegen bzw. Absicherungsbedürfnisse mit einem Streich. Allerdings verhält es sich hier ähnlich wie mit einem Hausmeister: Der kann auch vieles relativ gut – der Profi-Handwerker löst seinen Bereich allerdings immer besser. Dennoch kann diese Form der Absicherung eine interessante Ergänzung zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) oder auch zur Unfallversicherung mit Kapitalzahlung sein. 


Für wen ist die Versicherung?

Die Funktionelle Invaliditätsabsicherung ist für jede natürliche Person zu empfehlen. Was ist versichert? Die finanziellen Folgen einer körperlichen Schädigung durch einen Unfall, Organschädigung, eine schwere Erkrankung, verlust von Grundfähigkeiten oder Eintritt des Pflegefalls


Welche Leistungen sind u.a. versicherbar?

Abgesichert weden kann im Regelfall immer nur eine monatliche Rente. Diese kann je nach Tarif für einen bestimmten Zeitraum oder auch lebenslang vereinbart werden. Je nach Versicherer und Tarif sind weitere Zusatzbausteine wie z. B. Sofortleistungen in einer Summe bei bestimmten Ereignissen möglich.


 Welche Ereignisse sind u.a. nicht versichert?

Diese Schadensereignisse sind regelmäßig nicht berücksichtigt: • Berufsunfähigkeit
• Erwerbsunfähigkeit
• Arbeitsunfähigkeit aufgrund vorübergehender, einfacher Erkrankung (z. B. grippaler Infekt)
• Unfälle aufgrund Geistes- und Bewusstseinsstörungen (auch z. B. Trunkenheit)
• Unfälle beim Ausüben einer Straftat
• Krieg
• Radioaktivität Je nach gewähltem Tarif kann es bei den nicht berücksichtigbaren Schadenursachen Abweichungen geben. Darüber hinaus sind bestimmte Berufe oder Personen mit bestimmten Krankheiten nicht versicherbar. Auch bei den versicherten Schadenereignissen können weitere bestimmte Leistungsvoraussetzungen bestehen.

 Wo gilt die Versicherung?

Die Funktionelle Invaliditätsabsicherung bietet weltweiten Versicherungsschutz. Wie lässt sich die Rentenhöhe ermitteln? Die Rentenhöhe ist grundsätzlich innerhalb der Vorgaben des Versicherers frei wählbar. Sie sollte so hoch gewählt werden, dass die wirtschaftlichen Folgen eine Schadeneintritts ausreichend „aufgefangen“ werden können.

Leistungsbeispiele aus der Praxis

Übles Geburtstags“geschenk“

Ein Kind tobt an der Feier anlässlich seines 10. Geburtstags mit seinen Gästen im Garten. Offenbar wird die Anstrengung zu viel und es fällt ohnmächtig um. Im Krankenhaus stellt man eine Schädigung des Herzens fest. Diese zog sich das Kind möglicherweise bei einer schwereren Erkältung zu. Die Schädigung lässt übermäßige Anstrengung dauerhaft nicht zu, was das Kind erheblich einschränkt. Aus dem Berufswunsch, Panzerfahrer bei der Bundeswehr zu werden, wird so wohl nichts. Die FI, die von den Eltern abgeschlossen wurde, leistet lebenslang die vereinbarte Rente – auch Organschäden fallen unter den Schutz der FI. Das gleicht zumindest den Einkommensunterschied zu einem „normalen“ Beruf etwas aus.

Diabetesfolge

Als Folge einer erworbenen Diabetes erkrankt ein Mann an einer diabetischen Retinopathie, die letztlich zu seiner Erblindung führt. Seine FI hatte er in jungen Jahren vor der Diagnose der Diabetes abgeschlossen. Durch den Verlust einer der versicherten Grundfähigkeiten wird die Rentenzahlung ausgelöst. Zumindest muss er sich nun keine finanziellen Sorgen machen.

Schwarzer Hautkrebs

Eine junge Frau frönt – wie viele Ihrer Generation – gern und ausgiebig den Freuden des Solariums. Ein gebräunter Teint gilt als schön. Die Folgen sieht man in der Statistik: keine andere Form des Krebses schlägt mit so vielen Neuerkrankungen zu Buche, wie Hautkrebs. Auch bei der jungen Dame wird eine auffällige Pigmentierung entdeckt, die sich als Melanom 2. Grades herausstellt. Bedingt durch die Behandlung fällt sie für ihren beruflichen Alltag vorübergehend aus. Ihr FI-Vertrag leistet aufgrund der Krebserkrankung die versicherte Rente.